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Deutsch

Deutsch kann jeder

„Deutsch kann doch jeder!” - Denkste! Deutsch kann leider nicht jeder, der zu uns ans Gymnasium kommt oder, besser formuliert, alle können mehr oder weniger deutsch sprechen. Aber können sie auch korrekt schreiben, kennen sie die Zeichensetzung, die Grammatik, die Aufsatzarten, sind sie in der Lage, ausdrucksvoll zu lesen, beherrschen sie den Umgang mit Medien, Sachtexten und Belletristik?

Selbstverständlich nicht! Müssen sie ja auch nicht, denn dafür ist der Deutschunterricht da. Die vielen Aufgabenbereiche, die oben genannt wurden, machen klar, dass es ganz schön viel zu tun gibt, bis man Deutsch so beherrscht, dass man voll Stolz sagen kann: „Ich kann Deutsch!” Fangen wir bei den „Kleinen“ an, die, bis sie dann in die Einführungsphase der Oberstufe gelangen, in der so genannten Sekundarstufe I ein umfangreiches Programm abzuarbeiten haben.

Es gibt vier Bereiche im Deutschunterricht, die mit entsprechenden Kompetenzerwartungen verbunden sind, die man in Klassenarbeiten oder in zentralen Überprüfungen nachweisen muss:

Sprechen und Zuhören

Schreiben

Lesen - Umgang mit Texten und Medien

Reflexion über Sprache.

Hinter jedem der Bereiche verbirgt sich eine Vielzahl von Inhalten, so umfasst der Bereich „Sprechen“ sowohl die Fähigkeit korrekt zu sprechen als auch Gespräche sachgemäß führen zu können, Argumente finden und effektvoll ausführen zu können, Gedichte wirkungsvoll vorzutragen, Dramenszenen inszenieren zu können. Der Bereich „Reflexion über Sprache” beinhaltet die Regeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung, der Wort- und Satzgrammatik, aber auch Einsichten in verschiedene Sprachvarietäten, wie z.B. Jugendsprache oder Dialekte, in den Sprachwandel, in Kommunikationsmodelle.

Am umfangreichsten ist sicherlich der Bereich „Lesen - Umgang mit Texten und Medien", denn hier ist die inhaltliche Fülle fast grenzenlos, es gibt die Literaturgattungen (Lyrik, Epik, Drama) mit zahlreichen Textsorten (in der Lyrik z. B. Lieder und Balladen, neben den Gedichten; in der Epik z.B. Romane, Novellen, Märchen und Kurzgeschichten; beim Drama z. B: Komödien und Tragödien), es gibt die unendliche Zahl der Sachtexte (z. B. journalistische, wissenschaftliche, appellative wie Reden und Aufrufe, private wie Briefe und Tagebücher); die Medien sind in den letzten Jahrzehnten immer mehr in den Vordergrund getreten, hier muss der Deutschunterricht die Schülerinnen und Schüler darin einüben, dass sie effektiv recherchieren können, die Qualität von Internetseiten lernen zu beurteilen, richtig zitieren und belegen können, unterscheiden können zwischen der Sprache im Netz, im Chat und in anderen Kommunikationssituationen und -formen.

Eigentlich sind die fünf Jahre der Sekundarstufe I viel zu kurz, um das alles kennen zu lernen, aber es kann gelingen, wenn man sich auf Wesentliches beschränkt, Inhalte, Methoden und Arbeitstechniken sinnvoll kombiniert und beispielhaft vermittelt. Wer wissen will, wie das MPG versucht, diese Aufgabe zu lösen, der schaue sich die schulinternen Lehrpläne an, die in aufeinander aufbauenden Unterrichtssequenzen einen Überblick über Inhalte, Kompetenzen, Methoden und Arbeitstechniken vermitteln.

Ist die Schülerin, der Schüler endlich mit der Sekundarstufe I fertig, erwartet sie/ihn die nächste Herausforderung, die Sekundarstufe II mit dem krönenden Abschluss Abitur.

Auch in der Sekundarstufe II unterscheidet das Curriculum (der Lehrplan) verschiedene Lernbereiche. Die Inhaltsfelder ähneln sehr denen der Sekundarstufe I:

Sprache

Texte

Kommunikation

Medien.

Diese Inhalte werden durch zwei Kompetenzbereiche aufbereitet: Rezeption und Produktion. Zum Kompetenzbereich der Rezeption gehören die schon aus der Sekundarstufe I bekannten Kompetenzen Lesen und Zuhören, zum Kompetenzbereich Produktion die Kompetetenzen Schreiben und Sprechen.

Im Rahmen der Inhaltsfelder und Kompetenzbereiche müssen bis zum Abitur bestimmte Vorgaben erfüllt werden, die für jeden Abiturjahrgang verpflichtend sind. Bei diesen Vorgaben handelt es sich um bestimmte Lektüren, Epochen, Themen im Bereich Sprache. So musste der Abiturjahrgang 2014 im Leistungskurs Thomas Manns Roman „Buddenbrooks" lesen, während der Grundkurs sich mit Manns Novelle „Mario und der Zauberer" versuchen durfte. Beide Kursarten mussten aber z.B. Joseph Roths Erzählung „Hiob" besprechen.

Man sieht: es gibt viel zu lesen, zu analysieren, zu interpretieren und zu argumentieren, bis man das Abitur erreicht hat.

Deutsch kann eben nicht jeder, sondern man muss es erlernen, einüben, ausarbeiten, damit man es beherrscht.

Dokumente

Curricula Deutsch
Leistungsbewertung Deutsch