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Model European Parliament 2010

Vom 5. bis 7. November 2010 nahm das Max-Planck-Gymnasium Gelsenkirchen zum ersten Mal am AFNORTH Model European Parliament (MEP) teil. Das MEP findet einmal im Jahr im „Congrescentrum Rolduc“ in Kerkrade, den Niederlanden, statt. Es handelt sich dabei um eine 2 1/2-tägige englischsprachige Parlamentssimulation mit Oberstufenschülerinnen und –schülern aus ganz Europa, welche die grundlegenden Entscheidungsprozesse der Europäischen Union abbildet.

Das Europaparlament ist das größte multinationale Parlament der Welt. Es repräsentiert den politischen Willen von rund 500 Millionen europäischen Bürgern. Angesichts dessen Bedeutung erscheint es besonders wichtig, die Funktionsweise dieses maßgebenden europäischen politischen Instruments zu simulieren. Das MEP verfolgt dabei zwei Ziele: Erstens sollen die Teilnehmer einen tieferen Einblick in europäische Institutionen bekommen als regulärer Unterricht das ermöglicht. Zweitens soll ein Verständnis für den politischen Willensbildungsprozess in der EU gefördert werden. Außerdem soll die internationale Integration und der europäische Gedanke unter jungen Menschen vorangetrieben werden.

Dabei werden Fähigkeiten gefördert — neudeutsch Soft Skills — die den Schülerinnen und Schülern nicht erst im Berufsleben zu Gute kommen. Sie erlernen beispielsweise Fähigkeiten in den Bereichen öffentlicher Vorträge, Verhandlungen, Teamwork und Umgang mit Menschen auf einer formellen wie einer informellen Ebene. Ganz nebenbei verbessern sie natürlich auch ihre englischen Sprachfähigkeiten.

Da sich das MEP um größte Wirklichkeitstreue bemüht, sind die Anforderungen an alle Teilnehmer hoch. So werden vergleichsweise hohe englische Sprachkompetenzen und eine umfassende Vorbereitung auf die Delegiertenrolle vorausgesetzt. Für Diplomaten übliche Umgangsformen und Kleidung sind dabei selbstverständlich. Besonders engagierte Schülerinnen und Schüler haben bei wiederholter Teilnahme schließlich zahlreiche Aufstiegschancen beim MEP — bis hin zum Amt des President of Parliament.

Die Vor- und Nachbereitung des MEPs wurde am Max-Planck Gymnasium im Rahmen einer zweistündigen AG von September bis November ebenso wie die Fahrt nach Kerkrade von Herrn Schuster durchgeführt. Im Rahmen dieser AG fand auch eine Probedebatte in Kooperation mit dem Burggymnasium in Essen statt.

In einer Evaluation des MEPs unter den acht teilnehmenden Schülerinnen und Schülern (SuS) gaben sechs davon an, ihre Einstellung zu Europäischen Union habe sich „eher verbessert“, in einem weiterem Fall sogar „vebessert“. Vier SuS fühlten sich „stärker“ mit der EU verbunden. Sechs SuS gaben an, ihr Verständnis der EU hätte sich „verbessert“ oder „stark verbessert“. Fünf SuS verbesserten nach eigenen Angaben ihre Sprachkompetenzen, in einem Fall wurde sogar „stark verbessert“ angekreuzt, insbesondere im Bereich Hörverständnis. Fünf SuS interessieren sich nun „stärker“ oder „etwas stärker“ für die EU und europäische Themen. Sechs SuS fühlten sich durch die eigene Vorbereitung und die AG an der Schule gut oder eher gut auf das MEP vorbereitet. Alle acht befragten SuS stimmten einhellig zu, im kommenden Jahr, falls möglich, wieder am MEP teilnehmen zu wollen.

Die Themen des MEP 2010 waren:

  • Establishing a common strategy to solve the conflict between Israel and the Middle East (Palestinia, neigbouring countries and Iran)
  • Establishing an aid programme to support countries such as Somalia to prosecute and fight piracy
  • Developing a new anti-terror data sharing deal with the US
  • Developing a long-term solution to Athens's and other EU countries’ debt crisis (e.g. Spain and Portugal)
  • Reshaping EU's future Common Agricultural Policy (CAP)

Von links nach rechts: Moritz Schuster, Maximilian Otto, Leonie Parma, Jan Nold, Anna Lena Paczinski, Carsten Malcherek, Svenja Kretschmar, Yannik Wendt, Tim Kaminski
Von links nach rechts: Moritz Schuster, Maximilian Otto, Leonie Parma, Jan Nold, Anna Lena Paczinski, Carsten Malcherek, Svenja Kretschmar, Yannik Wendt, Tim Kaminski.

Moritz Schuster