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Pädagogischer Grundkonsens

Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer bestimmen und beeinflussen maßgeblich Schulleben und Unterricht. Jede Gruppe bringt dabei unterschiedliche und mitunter kontroverse Einstellungen und Erwartungen ein. Deshalb ist es unerlässlich, dass alle Beteiligten einen Grundkonsens in Verhaltens- und Erziehungsfragen und bezüglich der Arbeitshaltung erzielen.

Erwartungen an die Schülerinnen und Schüler

Schülerinnen und Schüler müssen sich bewusst sein, dass sie durch Art und Intensität ihrer Mitgestaltung des Unterrichts einen wesentlichen Teil der Verantwortung für dessen Gelingen und somit für die Qualität und den Erfolg des schulischen Lernens tragen.

Eine Grundlage dafür ist die von Interesse und Neugier getragene Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft.

Lernen in der Gemeinschaft ist ohne den Willen und die Fähigkeit zur Kooperation nicht möglich. Eine solche Teamfähigkeit beinhaltet auf der Basis von Verantwortungsbewusstsein gegenüber den gemeinsamen Vorhaben ein kritisches, aber faires Wahrnehmen der Beiträge und Leistungen anderer.

Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Verlässlichkeit sind wichtige Voraussetzungen für einen höflichen und respektvollen Umgang aller am Schulleben Beteiligten miteinander. In diesem Zusammenhang spielt die Gleichstellung der Geschlechter, der Nationalitäten und der Religionszugehörigkeiten eine wichtige Rolle. Ein solches Verhalten sollte sich in unterrichtlichen sowie in außerunterrichtlichen Zusammenhängen zeigen.

Die Schülerinnen und Schüler wissen, dass auch das äußere Erscheinungsbild der Schule und der Unterrichtsräume zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre beiträgt und leisten dazu aktiv ihren Anteil.

Erwartungen an die Eltern

Eltern sind sich ihrer Verantwortung für die Erziehung und ihrer wichtigen Vorbildfunktion bewusst.

Zur Erfüllung des Bildungs- und Erziehungsauftrags sind Lehrerinnen und Lehrer auf Eltern angewiesen, die mit offener und vertrauensvoller Grundhaltung die Kommunikation und Kooperation mit der Schule suchen.

Eltern sollten Leistungen und Verhalten ihrer Kinder vorbehaltlos und kritisch einschätzen und Vergleiche mit leistungsstärkeren Mitschülerinnen und Mitschülern oder Geschwistern vermeiden oder nur in dem Maße ziehen, dass kein übermäßiger Druck ausgeübt wird.

Auf der Grundlage ihrer eigenen Erziehungsvorstellungen sollten die Eltern bei ihren Kindern sozialverantwortliche Verhaltensweisen fördern, damit soziale Grundsätze auch im schulischen Leben umfassend verwirklicht werden können.

Eltern sollten ihren Kindern eine lernorientierte Arbeitshaltung vermitteln und gemeinsam mit ihnen Strategien und Techniken zur Bewältigung der Anforderungen entwickeln. Dabei sollten sie die Mithilfe der Lehrerinnen und Lehrer suchen.

Die Eltern sollten bei ihrer Erziehungsarbeit auch bedenken, dass für ein funktionierendes Zusammenleben und -arbeiten vieler Menschen sowohl das selbstbewusste Vertreten des eigenen Standpunktes als auch die Fähigkeit zu Kompromissen erforderlich sind.

Erwartungen an die Lehrerinnen und Lehrer

Es wird von allen Beteiligten als wünschenswert angesehen, dass Lehrerinnen und Lehrer sich selbst im Zusammenhang ihrer schulischen Arbeit als Einzelperson, Kolleginnen und Kollegen sowie Pädagoginnen und Pädagogen begreifen.

Im Einzelnen sollen die Lehrerinnen und Lehrer selbstkritisch prüfen, ob sie im Umgang mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Kolleginnen und Kollegen zuverlässig, berechenbar und einfühlsam handeln. Sie sollen über die Stoffvermittlung hinaus Schülerbedürfnisse angemessen berücksichtigen und auf Anregungen und Kritik von Schülerinnen, Schülern und Eltern sensibel eingehen.

Im Schulleben haben Offenheit und gegenseitige Achtung eine besondere Bedeutung. Als pädagogische Aufgabe ergibt sich die Vorbildfunktion der Lehrerinnen und Lehrer, indem sie durch ihr eigenes Verhalten konsensfähige Sinn- und Wertmuster glaubwürdig vermitteln.

Die Kommunikation zwischen den an der Schule beteiligten Gruppen soll dadurch gestützt und intensiviert werden, dass die Lehrerinnen und Lehrer zu einer zunehmenden Institutionalisierung des Informationsaustausches und der Beratung beitragen, schulinterne Absprachen gewissenhaft einhalten und sich in Fragen der Entwicklungs- und Lernpsychologie sowie der aktuellen Unterrichtsentwicklung (insbesondere im Bereich der individuellen Förderung) fortbilden.